WOW-Challenge

Sonniger Saisonausklang fürs J/70-Frauensegeln im BYC

Es sollte noch einmal ein spannendes Segel-Event werden. Es wurde: ein geselliger Nachmittag auf der Terrasse vorm jugendraum. Mit Picknick, Sonne und guten Gesprächen.

Für Samstag, den 26. September hatten sich die J/70-Seglerinnen im Berliner Yacht-Club zu einer informellen Challenge verabredet: Erster Start sollte um 11 Uhr sein, und dann sollten so viele Wettfahrten ausgetragen werden, wir man bis 14 Uhr schaffen kann. Den Siegerinnen winkten schöne Preise. Auch wenn das Ganze nur informell angelegt war, also eher als Training, denn als offizielle Regatta, hatten sich acht Teams angemeldet, von denen dann sechs auch pünktlich am Samstagmorgen ihre Boote klar gemacht hatten und an der Startlinie erschienen.

Wettfahrtleiterin Gabi Zschech, Nane-Fahrer Joachim von Bülow und Tonnenlegerin Theresa Münch waren klar fürs erste Vorbereitungssignal.

Bis zu dem Moment war auch alles okay, es gab eine feine Brise. So hätte es bleiben können. Tat es aber nicht. Kaum war das Pin-End ausgebracht und die Nane als Startschiff verankert, schlief der Wind ein. Und das so gründlich, dass sich nichts mehr rührte, die Boote auf der Stelle zu kleben schienen und die Luftbläschen neben der Bordwand pausierten.

Was tun?  

Die Tonnenlegerin bekam einen neuen Job: Stimmung erkunden. Sie fuhr von Boot zu Boot. Bleibt es, wie vom Wetterbericht vorhergesagt, den Rest des Tages flau? Oder sollen wir hier draußen warten und hoffen?

Letztlich gab die Wettfahrtleitung das Signal zum Abbruch, und die Boote schaukelten zurück in den Hafen.

Teil zwei der Veranstaltung begann:

Der gesellige Teil. Denn neben dem seglerischen Kräftemessen war es uns wichtig, gegen Ende der Saison noch einmal zusammen zu kommen.

Um das zu verstehen, ist ein Blick auf die innere Dynamik des J/70-Frauensegelns im Berliner Yacht-Club hilfreich.

  • Die Trainingsaktivitäten konzentrieren sich stark zu Anfang der Saison.
  • Ein großer Fokus liegt auf dem Helga-Cup in Hamburg, der weltweit größten Frauenregatta. Diese findet Mitte Juni statt. Um dort gut zu performen, fangen wir früh an zu trainieren, oft noch in warmen Socken und Thermo-Wäsche, und versuchen möglichst intensiv in die Saison zu starten.
  • Dann kommt im Mai der Ladies Cup beim Zeuthener SV und das Ladies Race in Starnberg.
  • Und nach dem Helga-Cup sind dann in vielen Teams andere Dinge dran. Familie, Sommer-Urlaub etc., und das Training verteilt sich auf vereinzelte Events.
  • Darunter leidet nicht nur das Leistungsniveau, sondern auch die Gemeinschaft.

Für das gemeinsame Picknick war das Wetter ideal:

Es war noch mal sonnig und schön, wir konnten draußen sitzen und hatten ja plötzlich ganz viel Zeit. Die haben wir auch genutzt, um Pläne zu schmieden und einen Blick auf 2027 zu wagen. Denn kaum ist das Eis vom See, geht es wieder los: Raus auf´s Wasser. So viel segeln, wie irgend möglich, um beim Helg-Cup möglichst gut abzuschneiden.

„Binge-Sailing“ nennen manche das – angelehnt an das Binge-Watching spannender Serien.

Wir sind bereit für die nächste Staffel.

Cornelia Gerlach

Foto: Mathilda Barthold