Der BYC war vom 15. bis 17. Mai dabei
20 Seglerinnen und Segler — 11 in der Opti-A-Flotte (99 Boote), 9 in der Opti-B-Flotte (67 Boote) — auf dem Plauer See, einer der großen norddeutschen Frühjahrsregatten für Optimisten. Drei Tage, ein zäher Anfang ganz ohne Wind und ein Finale im Hagel. Unsere besten Ergebnisse in Opti A: Philip Kuring auf Platz 2, Mika Mie Behrendt auf Platz 4, Leo Mügge auf Platz 13. In Opti B erreichte Jonas Müller den 4. Platz, Ludwig Zach kam auf Platz 14 und Jake Jimenez-Knebel auf Platz 21.
Alle Ergebnisse gibt es hier.
Ein ganzer Tag Warten
Der Freitag fing mit nichts an. Die Boote standen startklar am Wasser, der Plauer See lag still, kein bisschen Wind. Keine Wettfahrt. Für Kinder, die einen halben Tag im Auto gesessen hatten, um herzukommen, ist das die schwerste Disziplin.
Also machten sie, was eine Mannschaft macht, wenn der Wind nicht will: Fußball spielen, quatschen, am Abend zusammen grillen. „Eher entspannt — wir waren ja zusammen“, sagt Paul (13) über den Tag ohne Rennen.
Samstag: alle Wettertypen an einem Tag
Dann drehte das Wetter, und zwar gründlich — Sonne, Regen, Hagel, wieder Sonne. „Es hat um zwölf, halb eins gehagelt, und ich war mittendrin auf dem Wasser“, erzählt Paul. Sein Satz über das ganze Wochenende: „Alle Wettertypen überlebt.“
Bei Philip Kuring (14) ging der Tag gut los, dann wurde der Wind selbst zum Gegner — unkonstant, böig, „krass und oft auch unfair“, wie er sagt. Mitten in diesen Böen merkte er etwas: dass er besser segelt, wenn er sich keinen Druck macht. Genau das nahm er sich für den Sonntag vor — und bloß keinen schlechten Streicher mehr.
Sonntag: das Finale
Am Sonntag kam der Wind, kamen die entscheidenden Wettfahrten — und Philip löste seinen Vorsatz ein. Mit zwei zweiten Plätzen in den Schlussrennen segelte er die Regatta auf Platz 2 von 99 Booten nach Hause. Ein Wort fiel ihm dazu ein, und es passt: stolz.
Paul war mit einem klaren Ziel angereist — Top 30, und zwei der begehrten „Bälle“ fangen, die es bei der traditionellen Plauer Siegerehrung am Sonntag zu gewinnen gibt. Mit Platz 38 segelte er knapp an den Top 30 vorbei. Aber als die Ergebnisse feststanden, drehte sich seine erste Reaktion nicht um die eigene Platzierung, sondern um den Teamkameraden aus der gelben Gruppe: „Dass Philip Zweiter wurde.“
In der Opti-A hielt Mika Mie Behrendt mit Platz 4 von Anfang bis Ende mit der Spitze mit. Leo Mügge (13.) und Hanna Sobótka (15.) segelten zwei starke Serien; dahinter kamen Clara Zach, Lilli Mügge, Emil Lindemann und Hannah Makrutzki ins Ziel. Und Diarra Sy fuhr im letzten Rennen aus dem hinteren Feld noch nach vorn auf Platz zehn.
Opti-B: Kentern im Hagel
Fragt man die Jüngeren aus der Opti-B nach dem Sonntag, fällt bei fast allen dasselbe Wort: kentern. Auf dem böigen Plauer See, mitten im Hagel, ist das Boot mehr als einmal umgekippt — und genau daraus haben die Kinder ihre Geschichten gemacht.
Am deutlichsten bei den Geschwistern Jake und Charlie Jimenez-Knebel, die zu Hause Englisch reden und auch so erzählen. Jake (Platz 21) war mit dem größten Plan angereist: „My plan was to be first on all races. I did not succeed.“ Sein bester und sein schwierigster Moment lagen am Sonntag dicht beieinander — Zweiter beim Start, und dann das letzte Rennen: „I capsized twice.“ Trotzdem, sagt er, „it was hard but a good time.“
Seine Schwester Charlie (Platz 42) hatte sich Top 20 vorgenommen und wurde in einer Wettfahrt 29. Ihre Lehre daraus: „Even if I didn’t reach my goal, I sailed my best.“ Einmal kenterte sie, „capsizing in hail“ — ihr schwierigster Moment. Ihr schönster war keiner auf dem Wasser: „When I was finished and saw my parents at the harbor waiting.“ Wiederkommen würde sie sofort, schon wegen der Preise: Bei der Plauer Verleihung gewannen Kinder E-Scooter und Fahrräder.
Jakob Jüngerkes hatte sich schlicht vorgenommen, jede Wettfahrt zu segeln — hat geklappt. Das Plauer Wetter fasst er besser zusammen als jeder Wetterbericht: „Kalter Matsch mit Sonnenschein und im Hagel gesegelt.“ Das Schwierigste? „Der Hagel.“ Und trotzdem: „Einfach gut!“
Und Alma Tegel, deren Ziel klein und groß zugleich war: einfach mitsegeln. Es hat geklappt. „Es war nicht so leicht auf dem Wasser“, sagt sie, „aber am Ende war es richtig cool mit den anderen Kindern.“ Das Kentern war doof, das Ausreiten am Wind schwer — und ihr bester Moment war eine Wettfahrt ganz ohne Kentern.
Vorne in der Flotte machte es Jonas Müller genau andersherum: konstant von Beginn an, am Ende Platz 4 und bestes BYC-Ergebnis der Opti-B. Die wildeste Kurve gehört Nathan Makrutzki — nach dem Samstag unter den besten fünf, am Sonntag zwei Ausreißer, wie sie auf so einem Revier jeden treffen, und dann das letzte Rennen als Sechster zu Ende gesegelt.
Drei Tage, einer ganz ohne Wind und einer mit allem Wetter auf einmal, 166 Optimisten und 20 davon vom BYC. Auf die Frage, ob sie nächstes Jahr wiederkommen, kam von allen dieselbe Antwort: auf jeden Fall.
