Wo ist der Warenbegleitschein?

Spipper’s Sherry Time | Thema:„Seesegeln zu Zeiten der deutsch-deutschen Teilung“

Die Einladung richtete sich in erster Linie an die „älteren“ Fahrtensegler. Sie war verbunden mit der Bitte an diesem Abend von den persönlichen Erfahrungen zu berichten und Dokumente mitzubringen. Und es kamen „gestandene BYC-Fahrtensegler der ersten Stunde“, aber auch Interessierte. Alle kamen zu Wort. Gemeinsam gestalteten sie einen vielseitigen, höchst interessanten Abend.

Schiffstransport zum SV Trave

Sehr schnell konzentrierte sich das lockere Gespräch beispielsweise auf das Thema Schiffstransport, da Sportboote die DDR-Gewässer nicht selbstständig befahren durften. „Von Berlin zur See“ und zurück, in der Regel von Spandau nach Lauenburg, von dort zum SV Trave, wo der Mast gestellt wurde und umgekehrt. Aus heutiger Sicht ein abenteuerliches Unternehmen, bei dem die ständig kontrollierende VoPo ihren eigenen Anteil hatte. Die lebhaften Schilderungen der Zeitzeugen ließen die Zuhörer Damaliges hautnah miterleben und/oder wieder erinnern.

Über DDR-Territorium durften Sportboote nur transportiert werden

* im Schlepp ab Spandau, zwischen Sonnenaufgang und -untergang, zugelassen waren pro Boot zwei Begleitpersonen, die das Schiff nicht verlassen durften,

strenge Überwachung an den Übernachtungspunkten und den Schleusen,

* verladen auf einen Lastkahn z. B. zur Kiesladung bei „Mischke“ ab Spandau, wobei der Eigner beim Ein- und Ausladen vor Ort sein musste,

* zu Lande über die B 5 (!!!)  mit ihren zahlreichen Staus und Kontrollstellen, ggf. auf speziellen Fahrzeugen mit Überbreite, für die Sonderregelungen galten. Zeitweise musste der Eigner diesen Transportfahrzeugen im PKW folgen. Kontrollierte Übernachtungen auf speziellen Parkplätzen.

zeitraubend und kostenintensiv

Insgesamt war der Bootstransport eine zeitraubende Prozedur. Egal, ob zu Wasser oder Land, für Hin- und Rückweg musste der Skipper für seine begleitende Anwesenheit etwa eine Woche / eine Urlaubswoche !!!!! einplanen. Die mühsame Organisation der kompletten Unterlagen und die Beschaffung der notwendigen Genehmigungen musste rechtzeitig erfolgen. Außerdem kamen insgesamt erhebliche Kosten zusammen, wie die von BYC’lern mitgebrachten alten Rechnungen bewiesen.

Selbstverständlich kamen an diesem Abend auch andere, höchst interessante Themen zur Sprache. Die Fahrtenabteilung wird auch diese im Rahmen ihres vielseitigen Jubiläumsprogramms aufgreifen, für die Mitglieder aufbereiten und uns allen zugänglich machen. Von diesem Abend hat jeder profitiert, Speis und Trank taten ein übriges – Dank an die Organisatoren und ihre Führung durch den Abend!

Gesa Gruber, 18. 1. 2020

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