up-date 49er Jungs

Bericht Århus

Nach dem Worldcup Hyères im April ging es nach 9 Monaten intensiven Trainings und jeder Menge Regatten im Ausland wieder nach Kiel.

In den 9 Monaten waren wir zuerst in Tschechien, dann in Griechenland, Frankreich, Portugal, auf Lanzarote und Mallorca und wieder in Frankreich. Wir haben viel gelernt und trainiert, trotzdem haben wir und sehr drauf gefreut, wieder in Kiel zu segeln.

Im Mai und Juni hatten wir zwar beide jede Menge in der Uni zu tun, trotzdem haben wir auch viel Zeit auf dem Wasser verbracht. Das Training bestand hauptsächlich aus Rennen und Starts, um optimal auf KiWo und EM vorbereitet zu sein. Auch mit dem Athletikbereich konnten wir in Kiel einen deutlich besseren Rhythmus im Alltag finden.

Nach zwei Jahren Kieler Woche im Herbst fand die Regatta traditionell wieder Mitte Juni statt. Unser Boot hatten wir vor der Regatta noch mal in 3 intensiven Tagen in der Bootshalle generalüberholt und wir waren heiß auf unserem Trainingsrevier endlich wieder einen Wettkampf auszutragen.

Crash mit Prellung und Macken

Das erste Rennen lief passabel und wir konnten es vorderen Mittelfeld beenden. Dann, im zweiten Rennen, wollten wir auf Steuerbord starteten, um möglichst schnell auf die bevorteilte rechte Seite zu kommen. Als wir dann einen Schweden sahen, der auf Backbord-Bug kam, war es bereits zu spät, um einen Crash mit selbigen zu verhindern. Wir versuchen aber noch alles, um auszuweichen und den Schaden zu minimieren. Leider prellte sich Linus bei dem hektischen Manöver die Armbeuge an den Wanten des schwedischen Boots.
Wir versuchten zwar noch nach unserem Kringel weiter zu segeln, aber die Prellung ließ dies nicht zu. Linus Arm wurde behandelt und die Macke im Wing repariert, aber unsere Kieler Woche war gelaufen. Das war sehr frustrierend, doch immerhin war es nicht unser Höhepunkt für die Saison 2022. Der sollte 9 Tage danach, und hieß Europameisterschaft.

Covid bremste uns aus!

Nachdem wir die KiWo im Kopf halbwegs verarbeitet hatten, kam der nächsten Rückschlag. Am Mittwoch vor der EM, also 7 Tage vor dem Start der Wettfahrten, wurde Linus positiv auf Covid getestet. Zwar ohne Symptome, aber trotzdem war dass der Todesstoß.

Ein Jahr intensiver Trainingslager, hunderte Wasserstunden, Bootsbau und Athletiktraining umsonst? Die Situation war über die ganze Saison immer unser Horrorszenario gewesen, und jetzt kam es, wie es kommen musste. Mental war die Situation sehr schwierig, insbesondre nach unserer kurzen Kieler Woche. Doch es gab die Hoffnung, entsprechend bis zur Regatta wieder aus der Quarantäne frei zu kommen.

Dann zwar ohne Vorbereitung und Post-Covid, aber die EM war nun mal unser Saisonhöhepunkt und auch für den DSV die Regatta, die über unsere Zukunft im Kader entscheiden sollte. Es stand also einiges auf dem Spiel! Erschwerend hinzu kam auch noch, dass zu EM zum ersten Mal eine neue Version der Fock, also mit anderem Schnitt von North Sails gefahren werden sollte.

Wir hatten aber erst aufgrund von Lieferengpässen in Aarhus unmittelbar vor EM Zeit die neue Fock zu testen und einzustellen. Selbst mit unseren geplanten 5 Trainingstagen in Aarhus wäre es knapp geworden, mit ihr warm zu werden. Trotzdem kam Linus ein Tag vor der Regatta in Aarhus an und wir breiteten wie üblich unser Boot für die sechs Renntage vor.

Früh ins Bett!

Wir wollten immerhin ausgeschlafen in die Regatta starten. Dann ging die härteste Regatta unserer bisherigen Segelkariere los.

Die Bedingungen: starker ablandiger Wind mit vielen Dreher und Böen. Leider konnten wir nicht herausfinden, wie wir die Fock optimal einstellen sollten. Aufgrund dessen war unser Speed im Vergleich zu den anderen Booten sehr schlecht. Dies spiegelte sich auch in den Ergebnissen der drei Rennen wieder.

Doch wir wollten weiter dranbleiben!

Der Wind nahm die kommenden Tage noch weiter zu, aber es gelang uns zunehmenden besser die Fock einzustellen und schnell zu werden. Trotzdem kamen fanden wir unseren Rhythmus nie über einen gesamten Renntag und konnten nur einzelne Rennen in die Top 10 fahren.

Uns gelang es aber von Tag zu Tag vorzuarbeiten und und lagen nach Tag 5 auf den 39. Platz von knapp 100.

Wir haben es nicht geblickt!

Am letzten Tag wollten wir dann noch einmal richtig angreifen. Doch der Plan ging nicht auf. Die zwei Rennen bei leichtem Wind und sehr drehigen und böeigen Bedingungen liefen überhaupt nicht nach Plan. Bei hohem Risiko segelten wir schon auf der ersten Kreuz extrem auf eine Seite. Doch leider zog konsequent die andere Seite und es gelang uns nicht, ein Muster im Wind zu erkennen. Nach zwei sehr frustrierenden und schlechten Rennen war die Europameisterschaft und unser Saisonhöhepunkt vorbei und wir verloren leider noch ein paar Plätze im Gesamtklassement und landeten final auf dem 45. Platz.

Ein Fazit zu ziehen, fällt nach der bewegten Vorbereitung nicht leicht. Natürlich sind wir nicht das Ergebnis gesegelt, welches wir uns erhofft hatten. Unter normalen Umständen hätten mit Sicherheit gute Karten gehabt es zu erreichen. Doch leider läuft im Sport und besonders im Segelsport selten alles nach Plan.

Mit etwas Abstand zum Event sind wir stolz, überhaupt angetreten zu sein und bis zum Ende so gekämpft zu haben.

Obwohl wir alles gegeben haben und trotz Kampfgeist, war die Regatta leider auch entscheidend für unsere Zukunft im Bundeskader. Dort stehen die Chancen mit dem Ergebnis jetzt nicht sehr gut. Wie unsere weiteren Pläne sind und wie unsere Kampagne weiter geht, werden wir im Sommer mit den Verantwortlichen besprechen. Nun stehen für uns beide erstmal jede Menge Klausuren in der Uni an, auf die wir uns jetzt fokussieren müssen.

Bis dahin!

Eure 49er Jungs Linus & Paul

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