Opti A & B in Torbole
Vom 28. März bis 5. April 2026 war der BYC wieder dabei: 20 Seglerinnen und Segler — 12 aus der Opti-A und 8 aus der Opti-B — reisten zum 44° Lake Garda Meeting nach Torbole an den Gardasee, einer der größten Optimist-Regatten der Welt mit über 900 Teilnehmern aus 41 Nationen. Unsere besten Ergebnisse in der Division A: Lilli Mügge qualifizierte sich für die Gold-Flotte der besten 168 Juniores und erreichte Platz 122. In der Silber Flotte erreichten Philip Kuring Platz 31 und Leo Mügge Platz 35. In der Division B (Cadetti) segelten Ludwig auf den 21. Platz. Nathan Makrutzki auf Platz 42 und Jonas Müller auf Platz 49. Alle Ergebnisse findet ihr hier: https://www.racingrulesofsailing.org/documents/14073/event
Opti-A
Am 28. März fuhren wir natürlich wieder zum Gardasee, da dort das große Lake Garda Meeting stattfand. Von den Opti-Bs kamen 8 Segler/innen mit und von den Opti-As waren 12 Segler/innen dabei. Zunächst hatten wir über 4 Tage ein sehr lehrreiches Trainingslager, mit gutem Wind und Wetter.
Wir übernachteten im Hotel Caminetto, zusammen mit dem Berliner Kader. Es gab Zweier-, Dreier- und Viererzimmer.
Am Morgen sind wir fast jeden Tag eine Runde laufen gegangen, damit wir schon für den Tag fit waren. Anschließend haben wir gefrühstückt und uns umgezogen. Wir sind, als wir fertig waren, zum Camping al Porto gelaufen, da dort unsere Boote abgedeckt auf einer kleinen Wiese standen. Dort sind wir dann entweder durch den Steinhafen oder über den Strand ausgelaufen.
Es war wirklich tolles Wetter für meinen Geschmack. Wir hatten am dritten Trainingstag so viel Sonne und Wind, dass die Opti-Bs gar nicht rausgefahren sind. Bei uns, den Opti-As, war es so, dass wir am Morgen aufs Wasser gefahren sind, aber nicht gesegelt sind, sondern ums Überleben gekämpft haben, weswegen wir in den Hafen gefahren sind. Am Nachmittag sind wir noch einmal aufs Wasser. Allerdings sind wir nur ein wenig Halbwind hin und her gefahren.
Am 2. April begann endlich die Regatta, auf die wir uns alle so gefreut haben. Zwei Geschwister vom Mühlenberger Segelclub sind bei der Regatta bei uns mitgefahren und wurden vom Berliner Yacht Club (Carsten, Monti, Jakob) betreut.
Die Startzeit war auf Ora ausgelegt, weswegen wir uns nicht hetzen mussten. Das Nervige daran war, dass die Ora doch immer etwas länger gebraucht hat, um sich zu entwickeln. Wir mussten immer ewig lang warten! Das war sooo langweilig!!!
Am letzten Tag der Regatta sind wir rausgefahren, doch die Ora kam erst spät. Und als sie dann endlich kam, war sie nicht ganz so stark wie an den Tagen zuvor. Außerdem hat der Wind dauerhaft ein wenig gedreht (was eigentlich für den Gardasee sehr untypisch ist), weswegen wir nicht anfangen konnten. Als die Gold-Fleet dann endlich einen Start geschafft hatte, stellte sich heraus, dass zu viele über der Linie waren, weswegen Allgemeiner Rückruf hochgezogen wurde.
Sie starteten erneut, doch dieses Mal fuhren sie erst ein Viertel der Kreuz, bis abgebrochen wurde.
Der Wettfahrtleiter entschied, dass sie erst einmal alle Frühstarter ansagen und dass anschließend zuerst die Cadetti starten, damit sie dann alle Juniores schnell durchziehen können, um wenigstens noch ein Rennen pro Fleet zu schaffen. Also zogen sie die Cadetti durch. Bei ihnen klappte alles sehr gut. Gold startete ungefähr als der erste von den Cadetti im Ziel war. Was für eine Überraschung: Wieder ein Allgemeiner Rückruf. Inzwischen hatten wir nur noch ungefähr eine halbe Stunde bis zur letzten Startmöglichkeit (15 Uhr). Gold startet erneut und endlich können sie weiterfahren. Kurz darauf startet Silver. Bei ihnen lief alles super.
Als Nächstes startete Bronze. Bei diesem Start sind viele rumgefahren und haben auf Englisch gerufen, dass alle einen Frühstart machen sollten, damit wir kein Rennen mehr fahren mussten. Bei 10 Sekunden sind wirklich fast alle über die Linie gefahren. Irgendwie war das ein ganz kleines Bisschen witzig. Das Ergebnis war: Allgemeiner Rückruf. Um 14:55 Uhr gaben die Wettfahrtleiter das 5-Minuten-Signal erneut. Auch dieses Mal fuhren alle viel zu früh über die Startlinie. Als Allgemeiner Rückruf hochgezogen wurde, war es 15:01 Uhr und wir alle in Bronze waren froh, dass wir kein Rennen mehr fahren mussten.
Ich habe bei dieser Regatta sehr viel gelernt und bin sehr zufrieden mit meiner Platzierung. Man bekommt einen Eindruck, wie man mit anderen Ländern auf einer Höhe ist. Dieses Jahr haben 840 Juniores und 79 Cadetti teilgenommen.Das sind schon ziemlich viele Optis.
Es hat uns allen sehr viel Spaß gemacht!!!
*Clara Zach*
Opti-B
Eine Anmerkung vorweg: Nicht alle Opti-B-Segler segelten bei den Cadetti. Die italienische Klasseneinteilung folgt strikt den Geburtsjahrgängen ohne eine Unterteilung nach Leistungsgruppen. Drei von ihnen — Jake, Charlie und Emil — mussten als Juniores starten und sich mit den erfahrensten Seglern messen. Ludwig, Nathan und Jonas gingen bei den Cadetti an den Start. Wie sich das anfühlt, haben wir die Kinder selbst erzählen lassen — angefangen beim Trainingslager, noch bevor der erste Startschuss fiel.
Kurz vor dem ersten Startschuss haben wir ein paar der Opti-B-Segler nach ihren vier Tagen Trainingslager gefragt.
Die Antwort auf die erste Frage kam schneller als erwartet. Was war am schlimmsten? „Frühsport!“ — und dann, als wäre ein Damm gebrochen, sprudelte es aus allen heraus. Jeden Morgen mit Trainer Jakob laufen, vom Hotel zum Segelclub, dort Übungen, dann wieder zurück. Und erst dann Frühstück. Nicht unbedingt der beliebteste Teil des Tages. Wobei — Jonas zuckt mit den Schultern: „Ich find Laufen gut. Ich war immer vorne.“ Als ein Junge einmal eine Extrarunde als wohlverdiente Strafe aufgedrückt bekam, lief Jonas einfach freiwillig mit. Zur Motivation. Bei der nächsten regulären Runde war er natürlich trotzdem wieder der Erste.
Auch der Gardasee selbst hatte seine Tücken. Vorgestern blies es so stark, dass gar nicht erst ausgelaufen werden konnte. „Wir haben den ganzen Tag in Segelsachen gewartet — und dann doch nicht.“ Und gestern erwischte es einen aus der Gruppe auf dem Wasser: ein Baum, ein verletzter Arm, Segeltag vorbei. Heute ist er zum Glück wieder dabei.
Aber Torbole hat eben auch seine Schokoladenseiten. „Der Wind! Viel mehr als zu Hause am Wannsee.“ Und der 1. April fiel natürlich nicht unter den Tisch — einen aus der Gruppe haben sie kurzerhand aus dem Zimmer ausgesperrt. In den Freistunden durften die Kinder in Dreiergruppen durch den Ort streifen. Was sie dort gemacht haben? „Eis essen.“
Auf die Frage nach seinem schönsten Moment überlegt Ludwig kurz. Dann sagt er: „Der Blick auf den See. Dass man das andere Ufer gar nicht sehen kann. Der ist so riesig.“ Jake nickt. Er ist zum ersten Mal bei einer Gardasee-Regatta dabei — und bei ihm löste genau dieser Anblick während der Wettfahrt etwas ganz anderes aus. Die Segler kreuzen nach Süden, Torbole und die Eltern im Rücken, hinein in dieses schier endlose Blau. „Man fährt einfach weg.“ Manchmal braucht Mut keinen großen Namen.
Was die Trainer ihnen als wichtigsten Tipp mitgegeben haben? „Sitzposition!! Zu weit hinten, Beine zu weit auseinander, immer auf die Benzel achten — das haben sie uns ständig gesagt.“ Und Emil hat sein Ziel für die nächsten vier Tage bereits klar vor Augen: „Ich möchte einfach ins Ziel kommen.“
Was damals wie eine schlichte Hoffnung klang, sollte sich als echte Messlatte erweisen. Denn über 100 Teilnehmer dieser Regatta konnten mindestens eine Wettfahrt nicht erfolgreich beenden. Die folgenden Tage zeigten, was in diesen Kindern steckt.
Jakes Schwester Charlie ist wie er zum ersten Mal dabei. Als eine der Leichtesten in der Gruppe muss sie bereits bei den „großen“ Juniores mitfahren. Am ersten Tag war der Wind so stark, dass sie keines der drei Rennen beenden konnte. Aufgeben kam trotzdem nicht in Frage. Am zweiten Tag dann die Belohnung: beide Wettfahrten erfolgreich ins Ziel gebracht. Das ganze Team hat mitgefiebert — und als sie anlegte, haben sie sie gefeiert. „Ich wusste, dass ich es schaffe. Ich musste es einfach nochmal versuchen“, sagt Charlie.
Und nächstes Jahr — kommen sie wieder? Einstimmig, ohne Pause: „Ja.“
Übrigens: Gleich vier Geschwisterpaare segelten dieses Jahr für den BYC am Gardasee — Clara und Ludwig Zach, Lilli und Leo Mügge, Hannah und Nathan Makrutzki sowie Jake und Charlie Jimenez-Knebel
